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Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten um folgende Richtigstellung bezüglich ihres Beitrags am Donnerstag, 19.11.2009 in der Sendung "quer".
Sie haben in dieser Sendung Ausschnitte aus dem Haberfeldtreiben in Ruhstorf gebracht, in denen Herr Erwin Schneiderbauer in seiner Rede den Begriff Zigeuner verwendet hat, um daraus zu schlussfolgern, dass Herr Innenminister Herrmann doch recht hätte, diese Veranstaltung hätte einen rechtsextremen Hintergrund oder bereite solchem Gedankengut den Boden.
Als erstes stellen wir richtig, dass Herr Schneiderbauer Mitglied der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Bayern e. V. (AbL) ist, aber weder in der Regionalgruppe, noch im Landesverband in der Vorstandschaft eine Funktion inne hat. Die Aussage, dass Herr Schneiderbauer Vorsitzender der AbL ist, ist somit falsch und wir erwarten, dass ihre Redation dies korrigiert.
Herr Schneiderbauer hat bei dieser Veranstaltung in seiner Funktion als BDM-Kreisvorsitzender Rottal-Inn gesprochen.
Abgesehen von diesem Ausschnitt in ihrer Sendung war die Rede von Herrn Schneiderbauer zwar teilweise deftig, bewegte sich aber doch in einem Rahmen wie er bei Bierzeltreden oder Starkbierfesten u. a. durchaus üblich ist, ganz zu schweigen von Reden des Verstorbenen Ministerpräsidenten Strauß beim politischen Aschermittwoch in Passau.
An diesem Abend des Haberfeldtreibens waren in der Niederbayernhalle, wie sie sicher wissen, sieben Redebeiträge in deren Inhalt sich die Rednerinnen und Redner aus verschiedener Sicht über die katastrophale Lage der bäuerlichen Landwirtschaft und ihrer betroffenen Familien aussprachen. Neben Herrn Schneiderbauer vom BDM waren dies Frau Monika Obermeier (Milchbäuerin), Herr Haberzettl (KV-Vorsitzender Bund Naturschutz Passau), Herr Matthias Maierhofer (attac Regionalgruppe Simbach), Herr Josef Feilmeier( Sprecher der internationalen Arbeitsgruppe Futtermittel gentechnikfrei), Herr Johannes Wachinger (Vorsitzender der Interessensgemeinschaft gesunde Tiere IggT) und ich, Edith Lirsch (Vorsitzende der AbL Bayern e. V.)
AbL und IggT haben dieses Haberfeldtreiben gemeinsam veranstaltet mit der angeschlossenen Kundgebung in der Niederbayernhalle zum Thema: Gesunde, gentechnikfreie Lebensmittel aus bäuerlicher Hand.
Die Veranstaltung verlief sehr geordnet und diszipliniert, was jederzeit von den anwesenden Polizeikräften versichert werden kann. Die Unkenrufe, die schon letztes Jahr das Haberfeldtreiben begleitet haben, wilde Horden würden durch den Ort Ruhstorf ziehen und Leute wie Herrn Sonnleitner auf seinem Hof besuchen, kann ich nur als Angstmacherei, Falschmeldungen oder Lügen bezeichnen.
Die Aufregung des Bauernverbands und der vorwiegend CSU-Politiker erklären wir aus der Tatsache heraus, dass sie es nicht gewöhnt sind, dass sich die Bauern ausserhalb des Bauernverbands organisieren. Sie wissen genau, dass 2000 Teilnehmer am Haberfeldtreiben gut zehnmal soviel Gleichgesinnte im Land hinter sich haben.
Die Person Sonnleitner stand nicht mehr im Zenit des Haberfeldtreibens, denn einen Verband, der die bäuerlichen Interessen nicht mehr vertritt, sondern immer deutlicher die Landwirtschaft als industrielle Produktion abstempelt und damit die Abhängigkeiten von Konzernen aus dem Agrobusiness vorantreibt, kann man nicht sanieren, sondern nur umgehen durch etwas anderes. Persönliche Diffamierungen sind nicht der Stil der AbL.
Unsere Veranstaltung als Haberfeldtreiben abzuhalten resultiert aus der Tradition heraus, sich so gegen Willkür und Arroganz der Obrigkeit zu wehren und zu Wort zu melden. Auch die Beachtung durch Presse und Medien ist heute oft nur noch durch ungewöhnliche Mittel und Wege zu erreichen.
In diesem Sinne wünschen und warten wir auf eine Richtigstellung.
Eine alte Bäuerin sagte zu mir letztes Jahr in Ruhstorf: "Wir werden nicht mehr gehört, wir werden nicht mehr wahrgenommen, wir werden verkauft."
Mit freundlichen Grüßen Edith Lirsch 1. Vorsitzende der AbL-Bayern
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